„Der Tag ist nicht mehr fern“

Andachten zu den Sonntagen im Advent auf kirchenjahr-evangelisch.de


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Die Adventszeit ist ja seit jeher eine ganz besondere Zeit. In ihr verschwimmen die Zeit-Ebenen: Der allererste Advent vor über 2000 Jahren, als Jesus in die Welt gekommen ist. Alle Jahre wieder die Erinnerung daran und die Vorbereitung auf das Christfest in diesem Jahr. Und als wäre das nicht schon genug, auch der Blick auf jenen Advent, zu dem Christus am Ende aller Zeiten kommen wird, um die Welt endgültig zu erlösen und zu versöhnen.

Die Adventszeit 2020 ist noch einmal anders besonders. Vieles von dem, was für die meisten von uns zu den Wochen und Tagen vor Weihnachten dazugehört, wird angesichts der Corona-Pandemie nicht möglich sein: gemeinsames Singen, Gottesdienste und Konzerte in gut gefüllten Kirchen, Adventsbasare und Weihnachtsmärkte, Feiern im Klassenverband, im Kreis von Arbeitskolleginnen und -kollegen und von Freunden, und so manches andere mehr. Stattdessen der tägliche Blick auf die Fallzahlen und die neuesten Ansagen zu den Schutzmaßnahmen. Und in alledem die Frage, wie Weihnachten wohl werden und sich anfühlen wird.

So bedrückend das ist, so sehr eröffnet es uns die Möglichkeit, die Adventszeit stärker in einer Weise zu erleben, wie sie lange gewesen ist: als Zeit zum Nachdenken, für einen (selbst)kritischen Blick, für suchende Augen und für hörende Herzen.

Für jeden der vier Adventssonntage finden Sie hier einen Vorschlag für eine Andacht zu Hause – allein oder im kleinen Kreis derer, die zu Ihnen gehören und mit denen gerade Gemeinschaft möglich ist. Anstelle einer Auslegung zum Hören oder Nachlesen finden Sie ein Bild zum Ausmalen und Vervollständigen – als Einladung, Ihre ganz persönlichen Gedanken zum Bibeltext festzuhalten.

Gott schenke uns, dass nach diesem anstrengenden Jahr in der Zeit vor Weihnachten unsere Verzweiflungen an Gewicht verlieren, dass wir aus dem Kreisen unserer Gedanken herausfinden und dass aus unserem so stumm gewordenen Leben ein neues Lied wird.

Anfangen

Die dritte Kerze am Adventskranz wird angezündet.

Dritter Advent.
Wir halten nach wie vor Ausschau nach dem Licht, das in die Welt kommen soll.
Nach Erlösung.
Wir sehnen uns nach dem Tag, an dem diese mühevolle, dunkle Zeit nicht mehr ist.

Mach mit deiner Gegenwart unsere Vergangenheit hell, Gott.
Lass uns lernen, wofür wir dankbar sein können.
Mach unsere Gegenwart hell.
Lass uns liebevoll miteinander leben.
Mach unsere Zukunft hell.
Zeig uns, worauf es sich lohnt zu hoffen.

Wir warten und wachen und beten.
Du bist ja lange schon da.
Mach uns bereit dafür, dir zu begegnen.

Ein Lied Singen

Zum Mitsingen oder Anhören: „Wir sagen euch an den lieben Advent“, Strophe 3 (EG 17).

„Wir sagen euch an den lieben Advent“ (EG 17) gesungen von der Pfarre Gmünd-Neustadt unter Leitung von Christoph Maaß (Das Video beginnt mit Strophe 1).

Den Wochenpsalm beten

Psalm 82, die Verse 2–8 nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017

HERR, der du bist vormals gnädig gewesen deinem Lande
und hast erlöst die Gefangenen Jakobs;
der du die Missetat vormals vergeben hast deinem Volk
und all ihre Sünde bedeckt hast;
der du vormals hast all deinen Zorn fahren lassen
und dich abgewandt von der Glut deines Zorns:
Hilf uns, Gott, unser Heiland,
und lass ab von deiner Ungnade über uns!
Willst du denn ewiglich über uns zürnen
und deinen Zorn walten lassen für und für?
Willst du uns denn nicht wieder erquicken,
dass dein Volk sich über dich freuen kann?
HERR, zeige uns deine Gnade
und gib uns dein Heil!

Ehre sei dem Vater und dem Sohn
und dem Heiligen Geist,
wie es war am Anfang, jetzt und alle Zeit
und in Ewigkeit. Amen.

Ein Lied singen

Zum Mitsingen oder Anhören: „O Heiland, reiß die Himmel auf“ (EG 7).

„O Heiland, reiß die Himmel auf“ (EG 7), gesungen in der kath. Pfarrei St. Martin, gesungen vom Projektchor Ag KTheo.

Auf Gottes Worte hören

Lies aus Lukas Kapitel 1, Verse 67–79

Zacharias wurde vom Heiligen Geist erfüllt, weissagte und sprach:
Gelobt sei der Herr, der Gott Israels!
Denn er hat besucht und erlöst sein Volk
und hat uns aufgerichtet ein Horn des Heils im Hause seines Dieners David –
wie er vorzeiten geredet hat durch den Mund seiner heiligen Propheten –,
dass er uns errettete von unsern Feinden und aus der Hand aller, die uns hassen,
und Barmherzigkeit erzeigte unsern Vätern und gedächte an seinen heiligen Bund,
an den Eid, den er geschworen hat unserm Vater Abraham, uns zu geben,
dass wir, erlöst aus der Hand der Feinde, ihm dienten ohne Furcht
unser Leben lang in Heiligkeit und Gerechtigkeit vor seinen Augen.
Und du, Kindlein, wirst Prophet des Höchsten heißen.
Denn du wirst dem Herrn vorangehen, dass du seinen Weg bereitest
und Erkenntnis des Heils gebest seinem Volk in der Vergebung ihrer Sünden,
durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes,
durch die uns besuchen wird das aufgehende Licht aus der Höhe,
auf dass es erscheine denen, die sitzen in Finsternis und Schatten des Todes,
und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens.

Gedanken zum Advent

Anstelle einer Predigt kannst du heute für dich oder zusammen mit denen, die mit dir feiern, das erste Feld im AdventsSonntagsKalender ausfüllen. Diesen findest du auf der letzten Seite dieser PDF

Ein Lied singen

Zum Mitsingen oder Anhören: „Auf, Seele, auf und säume nicht“ (EG 73)

„Auf, Seele, auf und säume nicht“ (EG 73); gespielt von Max der Musiker.

Beten

„In der Wüste bereitet dem Herrn den Weg,“ ruft die Stimme.
(Jesaja Kapitel 40, Vers 3)
Wo bist du?
Komm zu uns, Gott!
In diesen Ort / diese Stadt,
an den vergessensten Ort dieser Erde,
in unsere verschlossene, verängstigte Welt,
in mein Herz.
Komme bald!
Schenk uns Geduld.
Bring Heilung.
Und Nähe.
Und Licht.
Und Frieden.
Tröste uns.
Ebne dir einen Weg durch die Wüste.
Lass uns spüren, dass deine neue Welt anbricht.
Lass uns singen.
Und mach unsere Herzen weit und hell,
dass wir teilen, was wir haben,
dass wir anderen von dir erzählen,
dass wir lachen und lieben.

Gibt es Menschen, die dir heute besonders wichtig sind, die dein Gebet brauchen?
Oder gibt es etwas, das dich gerade besonders bewegt?
Dann ist hier Raum dafür, es Gott zu sagen.

Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
Amen.

Segen

Bereitet dem Herrn den Weg; denn siehe, der Herr kommt gewaltig.
(Jesaja Kapitel 40, Verse 3 und 10)
Gott erhalte uns unversehrt an Geist, Seele und Leib.
Christus zeige uns die Herrlichkeit, die uns erwartet.
Der Heilige Geist mache uns fest im Glauben,
fröhlich in Hoffnung und unerschütterlich in der Liebe.
So segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott
+ der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.
Amen.

Musik

Zum Ausklang das Lied „Tragt in die Welt nun ein Licht“ gesungen vom Kinderchor der Bugenhagenkirche.

„Tragt in die Welt nun ein Licht“ gesungen vom Kinderchor der Bugenhagenkirche.

Weitere Informationen für die Teilnahme an gottesdienstlichen Feiern in der aktuellen Situation finden Sie auf der Seite „Kirche von zu Hause“.

Zum Feiertag